Interview für die Homepage
4 Tage nach dem 2:1 Erfolg über den FC Schalke 04 hat sich Joris
etwas Zeit genommen, um ein wenig Rede und Antwort zu stehen.
Hallo Joris. Zuerst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit
genommen hast.
Wolltest du bereits als Kind Fußballprofi werden?
Als Kind träumt man natürlich davon. Wenn es dann später
klappt, ist das natürlich toll.
Was für einen Schulabschluss hast du?
Ich habe an der Universität in Leuven studiert und bin Sportlehrer.
Was war dein Lieblingsfach in der Schule?
Anfangs Mathematik, später im Studium dann alle Sportarten.
Und welches Fach mochtest du am wenigsten?
Chemie.
Dein Sohn spielt auch Fußball. Möchte er auch Profispieler
werden?
Das weiß ich nicht. Im Moment will er nur als Torwart im Tor
stehen.
Würdest du ihm auf den Weg dahin unterstützen oder
ihn eher davon abraten?
Natürlich würde ich ihn dabei unterstützen. Es ist
toll, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann.
Was hast du mit dem ersten Geld gemacht, das du als Fußballspieler
verdient hast?
Das weiß ich nicht mehr, ist schon zu lange her.
Welche drei Eigenschaften sind dir bei deinen Freunden am
wichtigsten?
Ehrlichkeit, Humor und Vertrauen.
Wie wichtig ist dir die Meinung anderer?
Die Meinung anderer sollte einem ab einem gewissen Alter eigentlich
egal sein.
Welche deiner Eigenschaften wertest du als positiv?
Ich bin sehr offen, gehe auch offen auf andere Menschen zu.
Und welche als negativ?
Ich stelle andere oft höher als mich.
Wovor hast du Angst?
Wenn man eine Familie hat, dann ändern sich die Ängste.
Man hat immer irgendwie im Hinterkopf, dass der Familie etwas passieren
könnte, wenn man irgendwo zum Beispiel etwas liest.
Gibt es einen Ort auf der Erde, den du auf jeden Fall noch
besuchen möchtest?
Meine Frau und ich haben immer gesagt, dass wir, wenn wir mal mehr
Zeit haben, gerne nach Australien / Neuseeland wollen. Wir haben da
früher immer viel drüber geredet, ich weiß aber nicht,
ob das noch aktuell ist...
Womit hat dich das Ruhrgebiet am meisten überrascht?
Wenn man vom Ruhrgebiet hört, denkt man immer an Industrien.
Tatsächlich gibt es hier aber sehr viele Grünflächen.
Und die Menschen sind sehr offen.
Wie sieht das perfekte freie Wochenende für dich aus?
Gemeinsam mit meiner Familie die Zeit verbringen. Ich habe 2 kleine
Kinder und es gibt nichts schöneres als mit ihnen zu spielen.
Und wie entspannst du dich am besten?
Auch hier: gemeinsam mit meiner Familie.
Welches Buch hast du zuletzt gelesen?
Ich bin nicht der Bücher-Typ. Ich lese Magazine, Zeitschriften,
aber weniger Bücher.
Welche TV-Serien siehst du am liebsten?
24.
Ich mag Action-Serien und Filme, wie Gladiator, Troja, Braveheart...
Was ist dein wertvollster, nicht materieller Besitz?
Meine Familie.
Wie stellst du dir dein Leben in 20 Jahren vor?
Ich hoffe, dass es nicht anders sein wird als jetzt. Natürlich
wird sich etwas ändern, ich werde nicht mehr Fußball spielen,
aber ich hoffe, dass sich bei mir und meiner Familie nichts ändern
wird.
Deine Schuhgröße?
43
Hast du einen Glücksbringer?
Nein.
Hast du eine Lieblingssportart neben dem Fußball?
Ich hab früher viel Tennis gespielt, das möchte ich nach
meiner Laufbahn auch wieder mehr spielen. Und Billard spiele ich gerne.
Schaust du auch privat Fußball im TV oder im Stadion?
Ja, aber ich muss nicht jedes UEFA-Cup oder Champions League Spiel
im TV sehen. Wenn es was anderes gibt, schaue ich auch das.
Welches Spiel bleibt für dich als Zuschauer unvergessen?
Das war 86 die WM. Ich war 8 oder 9 und mein Vater hat mich nachts
um 2 Uhr geweckt, damit wir uns gemeinsam das Viertelfinal-Spiel der
belgischen Nationalmannschaft anschauen können.
Gibt es ein Spiel, das für dich als Spieler unvergessen
bleibt?
Das sind sicherlich die Champions League Spiele mit Anderlecht.
In welchem Stadion herrscht die beste Stimmung?
In den großen Stadien herrscht eine eindrucksvolle Stimmung.
In Dortmund, aber auch im alten Bökelberg-Stadion war die Stimmung
famos.
Allerdings herrscht auch eine unbeschreibliche Stimmung bei Spielen
wie am Freitag gegen Schalke, hier.
Erinnerst du dich noch daran, wann du überhaupt das erste
Mal in einem Fußballstadion warst?
Da war ich etwa 7-9 Jahre alt, es war ein Spiel der belgischen Nationalmannschaft.
Was geht in einem Fußballspieler vor, wenn er sich während
des Spiels am Rand warm hält?
Man zittert natürlich mit, man möchte mithelfen, auch dabei
sein. Man hat mehr Zeit nachzudenken als auf dem Platz. Da geht alles
sehr schnell, wenn man draußen steht ist das anders. Aber das
Zittern überwiegt.
Wie sehr bekommt man als Spieler die Stimmung auf den Rängen
im Stadion mit?
Man schaltet schon einigermaßen ab, das darf dich eigentlich
gar nicht so sehr beeinflussen. Aber es ist schon so, wenn die Fans
ihr Team auspfeifen, dann grübelst du und spielst nicht mehr
so gut. Feuern sie dich an, willst du alles geben und spielst noch
besser.
Was ist das Wichtigste für den Zusammenhalt einer Mannschaft?
Ich denke, es ist wichtig, dass man etwas zusammen unternimmt, auch
außerhalb vom Training.
Wer war der stärkste Gegenspieler gegen den du mal gespielt
hast?
Lucio auf jeden Fall, und Haito, als der noch bei Schalke gespielt
hat. Ich bin eher ein Kopfballspieler, aber gegen diese beiden habe
ich keine Chance gehabt.
Wer ist, deiner Meinung nach, der größte Fußballer
aller Zeiten?
Pele war sicher ein ganz großer, aber der war ja vor meiner
Zeit. Der Größte für mich bleibt Maradona.
Wie geht man als Spieler mit negativer Kritik der Fans oder
der Presse um?
Wenn die Kritik berechtigt ist, dann denkt man auch darüber nach.
Wenn sie unberechtigt ist, dann ist es eher so, dass man sagt „Da
rein, da raus.“
Gab es schon einmal negative Erlebnisse mit Fans?
Eigentlich nicht wirklich. Das „schlimmste“ Erlebnis war
mal, als Fans sich vor den Bus gesetzt hatten und den Weg blockierten.
Aber das kann man auch verstehen.
Und welches positive Erlebnis mit Fans bleibt für dich
unvergessen?
Das sind so Sachen wie Meister in der 2. Liga, das Feiern mit den
Fans.
Erinnerst du dich noch daran, wann du das erste Mal um ein
Autogramm gebeten wurdest?
Nein.
Welchen Tipp gibst du jungen Fußballern für eine
erfolgreiche Karriere?
Ich denke, es ist wichtig, dass man sich nicht zu sehr darauf versteift.
Man sollte sein Ding einfach durchziehen, aber trotzdem an seine Träume
glauben.
Wie würdest du rückblickend deine Zeit beim VfL Bochum beurteilen?
Ich fühle mich sehr wohl hier, aber ich habe in den 2 Jahren
zu wenig gespielt.
Was unterscheidet den VfL Bochum von anderen Vereinen?
Der VfL ist gemütlich. Es herrscht eine besondere Atmosphäre.
Gab es, neben Angeboten aus der Bundesliga, auch Angebote aus dem
anderem europäischen Ausland?
Nein. Bevor ich nach Gladbach gewechselt habe, hatte ich noch lange
einen Vertrag bei Anderlecht und habe eigentlich nicht daran gedacht
zu wechseln, bis Gladbach eben kam. Ich habe mich dann schnell entschieden,
in der Bundesliga zu spielen ist sehr reizvoll. Dann kam das Angebot
vom VfL, da habe ich mich dann auch schnell entschieden.
Möchtest du nach deiner Zeit beim VfL in Deutschland
bleiben oder ins Ausland wechseln?
Ich habe noch Vertrag bis 2008, den möchte ich beim VfL Bochum
erfüllen. Dann bin ich 31 ½ . Ich würde dann gerne
noch 2 Jahre in der ersten belgischen Liga spielen und meine Karriere
zuhause beenden.
Hast du Kontakt zu anderen belgischen Spielern in der Bundesliga?
Man sieht sich bei Spielen. Aber eigentlich ist es so, dass der Kontakt,
wenn man wechselt, eher abschwächt.
Glaubst du, dass es mit der belgischen Nationalmannschaft
noch mal bergauf geht?
Hoffentlich. Aber es wird nicht einfach. Der Unterschied zu den anderen
Ländern wird immer größer.
Und worin unterscheiden sich Deutschland und Belgien, deiner
Meinung nach, am meisten?
Ich glaube nicht, dass sich die Länder wirklich unterscheiden.
Die Belgier sind vielleicht etwas aufgeschlossener, wenn sie in andere
Länder fahren. In Belgien wird französisch, holländisch
und deutsch gesprochen, für ein kleines Land viele Sprachen.
Wenn wir nach Frankreich fahren, reden wir französisch, in Deutschland
deutsch usw. Ich denke, die Belgier passen sich vielleicht etwas mehr
an, wenn sie woanders sind.
Fußballerisch glaube ich auch nicht, dass sich die beiden Länder
sehr unterscheiden.
Zum Abschluss die Frage, die alle beschäftigt: Wer wird
deutscher Meister 2007?
Ich glaube, dass es Stuttgart werden wird. Schalke zittert schon wieder,
die werden es nicht machen. Und Bremen hätte es gegen Bielefeld
entscheiden können.
Aber alle 3 Vereine haben noch jeweils 2 Heimspiele, es wird noch
sehr spannend werden.
Vielen Dank und für die restlichen Spieltage noch viel Erfolg!
Mein erster Club - "Wenn der Postmann zweimal
pfeift"
Luis de Bie kommt viel rum in Dessel. Jeden Tag läuft er mehrere
Kilometer, hält hier ein Schwätzchen, erkundigt sich dort
nach dem werten Befinden und zieht dann weiter. De Bie ist Briefträger
in der 8.500-Seelen-Gemeinde unweit von Antwerpen. Und nicht nur das.
In seiner Freizeit trainiert er die ganz Kurzen vom lokaeln Fußballclub
KFC Dessel Sport.
Auch Joris van Hout hatte er eine Zeit lang unter seinen Fittichen.Nicht
zu dessen Schaden, wie der im Rückblick findet: "Mit Luis
hatten wir immer viel Spaß. Das war kein verbissener Schleifer,
der einen über den Trainingsplatz scheuchter. Er erklärte
uns mit einem Lächeln die Grundlagen des Spiels. Eine wichtige
Person in meiner fußballerischen Laufbahn." Die begann
damals, Joris war sieben Jahre alt und folgte seinem älterem
Bruder zum besten Club ihres Heimatortes. Die erste Mannschaft dümpelte
lange in der vierten belgischen Division, biss sich aber Schritt für
Schritt nach oben durch und spielt inzwischen in der Tweede Classe,
der Zweiten Liga. Auch mit der Unterstützung des heute 29-jährigen
Stürmers, der alle Jahrgänge von KFC Dessel Sport durchlief,
bevor er mit 21 zum KV Mechelen wechselte und dort zum ersten Mal
Profiluft schnupperte. "Aus Dessel haben es vielleicht ein, zwei
Spieler zum Profi gebracht, die waren aber alle älter als ich.
In meiner Altersgruppe war ich der einzige." Auch sein Bruder,
der viele Jahre als Libero die Abwehr zusammenhielt, schlug einen
anderen Weg ein: Er arbeitet heute als Physiotherapeut. "Ab und
an gehen wir noch zusammen auf den Fußballplatz und schlagen
uns lange Bälle zu."
Für Joris war aber schnell klar, dass er mit Fußball sein
Geld verdienen wollte. Seine Eltern standen immer hinter ihm, feuerten
ihn Woche für Woche an und begleiteten nicht ohne Stolz seine
Karriere, die in Mechelen steil nach oben ging. Schon nach einem Jahr
schaffte der Club den Aufstieg in die höchste belgische Spielklasse,
die Jubiler League. Leider nur eine Momentaufnahme. Der KV Mechelen
kam 2002 in finanzielle Schwierigkeiten - van Hout war ein Jahr zuvor
zum RSC Anderlecht gewechselt - und stieg zwischenzeitlich in die
Dritte Liga ab. Heute spielen Mechelen und Dessel Seit' an Seit' und
trafen vorigen Oktober zum letzten Mal aufeinander. Der KFC kassierte
eine bittere 0:3-Heimschlappe. Ob Luis de Bie im Stadion war, ist
unbekannt. Ob er danach alle Briefe aus und nach Mechelen aussortierte
und auf den Müll warf ebenfalls.
"Besser in Schwung"
Drei Jahre lang ging der Belgier Joris van Hout für Borussia auf Torejagd,
bevor er vor anderthalb Jahren zum VfL Bochum wechselte. Vor dem Aufeinandertreffen
mit seinem alten Verein am Freitag sprachen wir mit ihm.
Joris, du hast Borussia 2005 verlassen und bist zum VfL Bochum
gewechselt. Hast du noch Kontakt zu Spielern aus der Mannschaft oder
zu alten Kollegen, die Gladbach inzwischen auch verlassen haben?
Ich habe regelmäßig Kontakt zu den drei Belgiern bei Gladbach. Speziell
mit Filip Daems spreche ich häufig. Wir reden dann in erster Linie
über Fußball, über unsere Mannschaften und wie die Saison bisher lief.
Zu anderen Spielern habe ich kaum noch Kontakt. Es geht einfach sehr
schnell im Fußball, so dass man sich nach kurzer Zeit aus den Augen
verliert.
Als du 2002 zu Borussia kamst, war der Wiederaufstieg in die Bundesliga
bereits ein Jahr zuvor geglückt. War es da für dich etwas Besonderes,
das im Sommer mit dem VfL Bochum zu erleben?
Absolut. Es war von Anfang an unser Ziel und wir sind derart souverän
aufgestiegen, es war ein Riesenerfolg. Mit diesem Ziel bin ich auch
zum VfL gewechselt, denn der Verein wollte auf jeden Fall direkt wieder
hoch.
Wie zufrieden bist du mit deiner derzeitigen Rolle beim VfL Bochum?
Zumeist kommst du ja eher von der Bank ins Spiel.
Kein Fußballer kann damit zufrieden sein und ich bin es natürlich
auch nicht. Aber damit musst du als Profi zurechtkommen. Mein Ziel
ist es, immer zu spielen und ich versuche, mich im Training anzubieten
und mich rein zu hängen, um in die Mannschaft zu kommen. Mit einem
Platz auf der Bank bin ich natürlich nicht zufrieden, aber es liegt
an mir, dem Trainer keine andere Wahl zu lassen, als mich aufzustellen.
Du hast in deiner Karriere ja auch schon auf defensiveren Positionen
gespielt. Wäre das für dich noch einmal eine Option?
Ich habe zwar bei RSC Anderlecht defensiver gespielt, sehe das aber
nicht als Perspektive für mich. Unter anderem deshalb bin ich damals
zur Borussia gewechselt, denn ich fühle mich vorne viel besser aufgehoben.
Der VfL Bochum hat in einigen Spielen überrascht und auch absolut
überzeugt, dann bei den Spielen gegen direkte Abstiegs-Konkurrenten
aber doch enttäuscht. Wie versucht man, sich so etwas zu erklären?
Das lässt sich nicht so leicht erklären. Wir kommen jetzt immer besser
und besser in Schwung und stehen viel besser auf dem Platz. Zu Beginn
kamen leider einige Mitkonkurrenten und damals lief es bei uns noch
nicht. Jetzt passt es immer besser und wir holen die Punkte, die nötig
sind, um unser Ziel zu erreichen: den Klassenerhalt.
Wie bewertest du den bisherigen Saisonverlauf bei deinem alten
Verein Borussia?
Gladbach hat richtig gut angefangen und zu Hause vier Spiele nacheinander
gewonnen. Auswärts läuft es schon seit langem nicht, und plötzlich
wurden dann auch die Heimspiele nicht mehr gewonnen. Es kamen viele
Verletzte hinzu und das typische Pech, wenn man unten steht. Die Borussia
will da unbedingt raus, aber wir wollen und werden am Freitag gegen
Gladbach gewinnen. Danach darf es dann gerne bei der Borussia wieder
besser laufen. Ich hatte drei schöne Jahre dort und wünsche dem Verein
nichts Schlechtes.
Was erwartest du vom Spiel des VfL Bochum gegen Gladbach am Freitag?
Würdest du in diesem Spiel besonders gerne einen Treffer beisteuern?
Als Stürmer willst du immer Tore machen und gegen einen ehemaligen
Verein ist es immer etwas Besonderes. Das Spiel ist für beide Mannschaften
wichtig. Wir müssen alles dafür tun, um die Punkte daheim zu behalten.
Es wird sicher ein kampfbetontes Spiel. Wie gesagt, ich sehe Gladbach
ungern unten stehen, aber die Punkte bleiben hier!

Interview mit Joris van Hout vor dem Gladbach-Spiel
Joris van Hout spielt seine zweite Saison für unseren VfL. Im letzten
Jahr war der kopfballstarke Stürmer mit sechs Toren maßgeblich am
direkten Wiederaufstieg beteiligt. Der 29-jährige Belgier spielte
vor seinem Wechsel zum VfL für Borussia Mönchengladbach und äußert
sich im Interview zur bisherigen Saison, seinem Ex-Verein und den
Aussichten für das bevorstehende Duell.
Hallo Joris. Wie ist die Stimmung im Team nach der unglücklichen
Niederlage in Stuttgart?
In erster Linie kämpferisch. Wir haben ganz gut gespielt und hätten
sicherlich mindestens einen Punkt verdient gehabt. Jetzt müssen wir
das gegen meinen Ex-Club nachholen und dann werden wir Weihnachten
auf einem Nichtabstiegsplatz verbringen.
Wie hast du das Gegentor beim VfB miterlebt?
Ich stand direkt neben dem Pfosten und habe gesehen, wie der Ball
durch den Strafraum tickte. Wenn es kurz vor Schluss noch knapp ist
oder wie bei uns 0:0 steht, ist es normal, dass viel mit Standards
und langen Bällen gearbeitet wird. Es gab Eckball und plötzlich waren
20 Leute in unserem Sechszehner. Da ist es eine Frage von Glück oder
Pech, ob der richtige den Ball trifft. Er fällt Streller vor die Füße,
wie beim Flipper. Das ist natürlich der falsche Fuß gewesen.
Du kommst derzeit immer von der Bank ins Spiel. Bist du damit zufrieden?
Natürlich nicht, kein Fußballer kann damit zufrieden sein. Aber damit
musst du als Profi zurechtkommen. Mein Ziel ist es, immer zu spielen
und ich versuche, mich im Training anzubieten und hänge mich rein,
um in die Mannschaft zu kommen. Es ist an mir, dem Trainer keine andere
Wahl zu lassen, als mich aufzustellen.
Nach einem durchwachsenen Start, scheint die Mannschaft nun gefestigt
und hat überzeugende Spiele geliefert. Woran machst du diese Entwicklung
fest?
Das lässt sich nicht so leicht erklären. Wir kommen jetzt immer besser
und besser in Schwung und stehen viel besser auf dem Platz. Zu Beginn
kamen leider einige Mitkonkurrenten und obwohl wir genügend Chancen
zum Sieg hatten, lief es bei uns noch nicht. Jetzt passt es immer
besser und wir holen die Punkte, die nötig sind, um unser Ziel zu
erreichen: den Klassenerhalt.
Wie bewertest du den bisherigen Saisonverlauf bei deinem alten
Verein?
Gladbach hat richtig gut angefangen und zu Hause vier Spiele nacheinander
gewonnen. Auswärts läuft es schon seit langem nicht und plötzlich
wurden dann auch die Heimspiele nicht mehr gewonnen. Es kamen viele
Verletzte hinzu und das typische Pech, wenn man unten steht. Die Borussia
will da unbedingt raus, aber wir wollen und werden am Freitag gegen
Gladbach gewinnen. Danach darf es dann gerne bei der Borussia wieder
besser laufen. Ich hatte drei schöne Jahr dort und wünsche dem Verein
nichts schlechtes.
Was erwartest du vom Spiel gegen Gladbach? Würde dich in diesem
Spiel ein eigener Treffer besonders freuen?
Als Stürmer willst du immer Tore machen und gegen einen ehemaligen
Verein ist es immer etwas besonderes. Das Spiel ist für beide Mannschaften
wichtig. Wir müssen alles dafür tun, um die Punkte daheim im rewirpowerSTADION
zu behalten. Es wird sicher ein kampfbetontes Spiel. Wie gesagt: Die
Punkte bleiben hier!

Der VfL der Reihe nach: Unsere Nummer 11
Am Samstag, 12. August 2006, beginnt für unseren VfL Bochum die Bundesliga-Saison
2006/2007 mit der Begegnung gegen den 1. FSV Mainz 05. Mit einem kurzen
Portrait werden wir bis dahin jeden unserer Spieler der Reihe nach
vorstellen, um allen Fans ein etwas genaueres Bild unseres Bundesliga-Kaders
zu verschaffen. Es folgt nun unsere Nummer 11: Joris van Hout.
Es gibt Stürmer, die werden schon nach ein paar Toren von TV-Kamera
zu TV-Kamera gereicht. Und es gibt Joris van Hout. Der Belgier in
Diensten des VfL passt nicht so recht in das Raster des spektakulären
Angreifers, der sich mit seinen Treffern zu besonderem Glanz bei Fans
und Öffentlichkeit schießt.
Joris van Hout hat eine erfolgreiche erste Saison beim VfL Bochum
hinter sich. In den ersten Spielen verletzt, spielte sich der frühere
Mönchengladbacher schnell an die Mannschaft heran und erzielte am
Ende sechs Saisontore. Eine ordentliche Quote für einen Profi, der
häufig nur als Ein- oder Auswechselspieler zum Zuge kam. Mit einer
Quote von 231 Einsatzminuten pro Tor liegt van Hout direkt hinter
Edu auf Rang zwei der internen Team-Torjägerliste.
Achtung verschaffte sich der 29-Jährige aber vor allem durch seine
Art auf und außerhalb des Platzes: einsatzfreudig, bodenständig und
effektiv stellte sich Joris van Hout immer in den Dienst der Mannschaft,
wenn es nötig war. Fast die perfekte Beschreibung eines klassischen
Jokerspielers, auch wenn van Hout dies nicht gern hören will.
Für die kommende Bundesligasaison hat sich der frühere belgische Nationalspieler,
der es bei Borussia Mönchengladbach zwischen 2002-2005 bereits auf
69 Einsätze im deutschen Oberhaus brachte, viel vorgenommen. Er will
anknüpfen an frühere Zeiten in Belgien, wo er mit seinen Toren als
einer der konstant erfolgreichsten Angreifer der Liga galt.
Am Ende seiner Zeit dort stand übrigens die Champions League Teilnahme
mit dem RSC Anderlecht. Ob er in Bochum ähnliches vorhat? "Nichts
überstürzen", blockt van Hout ab, der sich den Klassenerhalt als Saisonziel
aufgegeben hat. Eben ganz bodenständig.

Interview: Joris van Hout über seine Zeit in Belgien
und in Deutschland
Was würden Sie an Ihrer Laufbahn ändern, wenn sie
zurückschauen?
Eigentlich nichts. Ich habe eine schöne Zeit in Belgien erlebt.
Ich war Meister mit dem KV Mechelen in der Zweiten Liga und habe nach
meinem Transfer nach RSC Anderlecht in der Champions League gespielt.
Die Zeit bei Borussia Mönchengladbach war auch super. Jetzt hoffe
ich auf eine schöne Zeit in Bochum.
Sie haben einmal für Belgien gespielt. Kommt da nochmal
eine Chance unter Coach René Vandereyken?
Man weiß nie. Im Moment ist es kein Thema, aber wenn wir zurück
in die Erste Liga kommen, kann es schnell gehen.
Der VfL steht momentan oben in der Zweiten Liga. Überraschend
oder erwartet?
Der VfL hat eine sehr gute Mannschaft und ein Umfeld für die erste
Bundesliga. Deswegen haben wir gute Chancen um wieder aufzusteigen,
denke ich.
Letztes Jahr ist der VfL abgestiegen. Warum haben Sie sich
für Bochum und die Zweite Liga entschieden?
Ich habe gewechselt, weil ich ziemlich sicher war eine gute Chance
zu haben gleich wieder aufzusteigen. Man weiß ja nie, aber hoffentlich
schaffen wir das. Momentan sieht es auf jeden Fall gut aus.
Glauben Sie, dass die belgischen Fans Sie noch einmal unterstützen
können in der belgischen Meisterschaft?
Das hoffe ich. Es wäre schön noch einmal in Belgien spielen
zu können. Letztendlich hat da alles für mich angefangen.
Wie stehen die Chancen für Belgien bei der EM 2008 dabei
zu sein?
Ich glaube, Belgien hat eine gute Chance dabei zu sein, wenn die Spieler
ans Limit gehen und ein bisschen Glück brauchen wir auch.
Was ist der große Unterschied zwischen dem Fußball
in Belgien und in Deutschland?
Das Erleben ist viel größer. Die meisten Stadien sind immer
mit 50000 Fans ausverkauft. Da spielen zu können ist natürlich
ein Traum.
Was war, ihrer Meinung nach, Ihr größter Erfolg?
Champions League spielen, gewinnen gegen deutsche Topmannschaften,
aber auch Meister mit KV Mechelen.
Ihr größter Misserfolg?
Im Dezember 2003 habe ich einen Kreuzbandriss erlitten. Die Meisterschaft
war gleich vorbei. Das war im ersten Jahr in Gladbach.
Von welchem Trainer haben Sie am meisten gelernt?
Ich habe in meiner Karriere viele verschiedene Trainer erlebt. Von
jedem Trainer lernst du etwas. Es ist schwer da den besten rauszuholen.
Welche Person aus der Fußballwelt möchten Sie gerne
mal kennenlernen und was möchten Sie ihn fragen?
Da sind viele gute und wichtige Spieler im Fußball. Im Moment
ist Ronaldinho für mich der beste.
Wer wird dieses Jahr Meister in Belgien?
Ich glaube RSC Anderlecht. Die ersten fünf Mannschaften sind
alle gut, aber Anderlecht ist im entscheidenem Moment die beste Mannschaft.
Was war der Grund für Ihren Wechsel von Borussia Mönchengladbach
zum VfL Bochum?
Erstens mehr Spielpraxis und zweitens gute Möglichkeiten um gleich
Meister zu werden und wieder in der ersten Bundesliga zu spielen.
Was sind Ihre Erwartungen für diese Saison?
Aufsteigen, Tore machen und keine Verletzungen!

Edu und Joris van Hout im Interview
Drei von vier Treffern für unseren VfL gingen am vergangenen Freitag
in Burghausen auf die Rechnung von Joris van Hout und Edu. Das transatlantische
Sturmduo hatte zuletzt im Spiel in Fürth zusammen zugeschlagen, danach
setzte für unsere Goalgetter eine kleine Durststrecke ein. Aber als
Mannschaftsspieler zeichneten sich die Angreifer immer aus. Gegen
Aue soll aber trotzdem wieder getroffen werden.
Hallo Joris, hallo Edu. Ist euch nach dem 4:0 in Burghausen ein
Stein vom Herzen gefallen?
Edu: Ja, klar sind wir erleichtert. Es war schon eine schwierige
Phase, die wir durchgemacht haben und dass wir uns jetzt so zurückgemeldet
haben, ist umso wichtiger für uns und unsere Fans.
Joris van Hout: Die vergangenen Wochen sind einfach nicht so gelaufen,
wie wir uns das vorgestellt haben. Deshalb ist es wichtig gewesen,
dass wir auch in der Höhe gewonnen haben. Was aber noch viel wichtiger
ist, ist die Tatsache, wie wir aufgetreten sind: Jeder hat für den
anderen gekämpft und wir haben auch wieder spielerische Akzente gesetzt.
So ein hoher Sieg bedeutet auch gleich wieder mehr Selbstvertrauen
für jeden Einzelnen und die Mannschaft, oder?
Edu: Eigentlich mangelt es uns nicht an Selbstvertrauen. Die Mannschaft
weiß was sie kann. Ich weiß, was ich kann. Aber wenn man nicht gewinnt,
wird sofort von Krise gesprochen. Das ist jetzt zum Glück vorbei.
Es waren drei Stürmertore in Burghausen und die Presse schrieb:
"Der Knoten ist geplatzt". Ärgert es euch, wenn in den Medien die
Minuten gezählt werden, in denen ein Stürmer nicht trifft?
Edu: Es ärgert mich ein bisschen, denn ab einem gewissen Zeitpunkt
blockiert es einfach. Dann darf man keine Zeitung mehr lesen und keine
Fußballsendungen mehr schauen, weil es einem zum Nachdenken bringt.
Letztlich weiß ich aber, was ich kann und ähnlich wird es Joris gehen.
Da brauchen wir keine Leute, die mit der Stoppuhr hinter uns stehen.
Joris van Hout: Stürmer werden immer an Toren gemessen, das ist klar.
Aber das Letzte was wir dann brauchen ist, sich Gedanken über die
Situation zu machen. Das machen Edu und ich nicht. Wir versuchen,
in jedem Spiel zu treffen. Wenn man uns unsere Arbeit machen lässt,
treffen wir auch - ich schätze, so einfach ist das.
Und dann ist es natürlich wichtig, dass Marcel Koller euch immer
das Vertrauen ausgesprochen hat und euch hat spielen lassen, oder?
Joris van Hout: Es ist für jeden Spieler wichtig zu wissen, dass der
Trainer an ihm festhält. Es stärkt einem den Rücken und gibt nötiges
Selbstvertrauen.
Edu: Wir haben ihm das Vertrauen jetzt zurückgezahlt.
Man hat deutlich gesehen, dass in Burghausen die Verständigung
zwischen euch beiden einfach gepasst habt. Lag dies an den Trainingseinheiten
in der Vorbereitung auf das Spiel?
Edu: Wir trainieren viel solche Situationen, damit jeder weiß,
wie und wo der Mitspieler zu finden ist. Ich denke, dass hat sich
beim 4:0 ausgezahlt.
Joris van Hout: Daran ist aber auch die ganze Mannschaft beteiligt,
denn Pässe kommen auch aus dem Mittelfeld, zum Beispiel von Filip
Trojan oder "Zwetschge" Misimovic. Der Trainer unterbricht die Trainingseinheiten,
um auf besondere Laufwege hinzuweisen und zu sagen, wie man es besser
machen kann.
Edu, du hast nach deinem Tor in Burghausen so eine Geste gemacht,
bei der sich jetzt alle fragen: Was hatte das zu bedeuten? Eine Kamera,
die zeigen soll, dass du wieder knipst? Eine fiktive Kamera, mit der
du ein Selbstportrait machst?
Edu: (lacht) Nein, das ist ganz einfach: China hat noch nie in
seinem Leben Schnee gesehen und als wir morgens in Burghausen angekommen
sind, haben wir erstmal Fotos von uns im Schnee gemacht. Auf dem Zimmer
haben wir dann abgesprochen, dass wir, sofern einer von uns ein Tor
macht, so tun, als ob wir uns gegenseitig fotografieren. Aber China
konnte leider nicht spielen, also habe ich so getan, als ob ich ein
Selbstportrait von mir für China mache. Ganz einfach.
Joris, auch du hast durch ein tolles Tor erzielt: Dein Hackentor
nach Hereingabe von Pavel Drsek, das jetzt sogar zum Tor des Monats
November vorgeschlagen wurde. Hast du jemals vorher so getroffen?
Joris van Hout: Nein, noch nie. Aber so ein verrücktes Tor kann man
auch nicht planen. Der Ball kam halbhoch von Pavel, und das mit einer
unglaublichen Power. Ich habe einfach nur gedacht, der muss irgendwie
rein. Mit der Hacke war auch für mich neu (lacht). Aber schön, dass
ich nominiert bin - da müssen die VfL-Fans jetzt fleißig wählen!
In deiner Zeit beim VfL Bochum hast du mittlerweile schon viel
erlebt, Edu. Positives und Negatives - mittlerweile feiern dich die
Fans und du gehörst zu den beliebtesten Spielern beim VfL. Was bedeutet
dir das?
Edu: Es bedeutet mir eine Menge. Es war keine leichte Zeit für
mich, aber ich wusste, dass ich zurückkommen werde. Ich bin glücklich,
dass die VfL-Fans auf meiner Seite stehen und werde immer alles für
den VfL geben. Ich fühle mich hier sehr wohl in der Stadt, habe Freunde
gefunden und das China jetzt hier ist, ist für mich auch sehr schön.
Wir gehen häufig mit deutschen und brasilianischen Freunden in Bochum
essen, verbringen viel Zeit zusammen und ich bin froh, dass ich hier
in Bochum bin.
Du bist jetzt ein halbes Jahr in Bochum und hattest lange mit einer
Verletzung zu kämpfen. Ist Joris van Hout jetzt in Bochum angekommen?
Joris van Hout: Ich fühle mich auch absolut wohl hier. Der Verein
ist toll, die Stadt ist wunderbar und das sind schon mal gute Voraussetzungen,
sich wohlzufühlen. Die Verletzung zu Beginn war natürlich nicht schön,
aber so etwas passiert im Fußball. Ich denke, das ich jetzt voll und
ganz in Bochum angekommen bin und wir wollen mit der Mannschaft weiterhin
Erfolg haben und aufsteigen.
Dazu müsst ihr am Sonntag Erzgebirge Aue schlagen, die am 15. Spieltag
im Ruhrstadion gastieren werden...
Edu: Ja, wir haben im Training schon über Aue gesprochen. Aber
ich denke, wenn wir so auftreten, wie beim Spiel in Burghausen, dann
werden wir das Spiel auch gewinnen können. Wir müssen nur wieder miteinander
spielen, kämpfen und Aue nicht ins Spiel kommen lassen.
Joris van Hout: Ich sehe das ähnlich wie Edu. Es gibt in der Zweiten
Liga keine leichten Spiele und wir müssen richtig zur Sache gehen
und über den Kampf ins Spiel finden. Außerdem wollen wir uns für die
Klatsche gegen Aachen rehabilitieren und die Fans wieder versöhnen.
Edu, wie schwierig ist es für dich, bei diesen Bedingungen mit
Schnee und auf Kunstrasen zu trainieren?
Edu: Kein Problem. Handschuhe und Mütze - sieht zwar komisch aus,
aber dann ist es mir warm genug (lacht).
Drei Spiele stehen noch aus...
Edu: ...und die wollen wir natürlich alle gewinnen. Wir wollen
diese kurze schlechte Phase schnell wieder vergessen machen und zeigen,
dass wir nach ganz oben gehören. Mit neun Punkten aus drei Spielen
hätten wir dann 35 Punkte und das würde uns schöne Weihnachten bereiten.
Joris van Hout: Aber selbst mit sieben Punkten aus den drei Spielen,
hätten wir eine tolle Hinrunde geliefert. Man darf nicht vergessen,
dass Karlsruhe auch eine gute Saison spielt und Unterhaching sieht
nur auf dem Papier leicht aus. Auch diese Spiele müssen erst mal gewonnen
werden und dann wird Weihnachten gefeiert. Wir hoffen, dass wir gegen
Aue den ersten Schritt dafür machen.
Vielen Dank für das Gespräch und alles gute für die anstehenden
Aufgaben.

In Fahrt gekommen
Aller Anfang ist schwer: Joris van Hout musste diese Lebensweisheit
besonders schmerzlich am eigenem Leib erfahren. Noch vor seinem ersten
Pflichtspiel im VfL-Trikot verletzte sich der Neuzugang und verpasste
fast die gesamte Vorbereitung. Mittlerweile aber ist Joris van Hout
beim VfL in Fahrt gekommen - und zeigt in jedem Spiel mehr von seinen
Qualitäten.
Mit schweren Verletzungen hat Joris van Hout schon seine Erfahrungen
gemacht. Drei Jahre ist es her, der Belgier war gerade vom RSC Anderlecht
in die Bundesliga zu Borussia Mönchengladbach gewechselt, da
warf ihn schon einmal eine Knieverletzung weit zurück: "Ich
war gerade richtig gut drauf", erinnert sich van Hout an seinen
damaligen Blitzstart in der Bundesliga, "und dann kam dieser
Moment gegen Hannover 96."
Nicht weniger als sechs Treffer waren dem Torjäger in den ersten
16 Bundesligaspielen gelungen, hatten ihm viel Anerkennung von allen
Seiten und sogar einen Einsatz in der belgischen Nationalelf eingebracht:
Van Hout stand am Höhepunkt seiner bisherigen Karriere, da markierte
ein eigentlich harmloser Zeikampf das jähe Ende dieses Höhenflugs.
Die Diagnose Kreuzbandriss setzte den Stürmer über ein halbes
Jahr außer Gefecht und warf seine persönlichen Ziele ein
gewaltiges Stück zurück.
Denn nach seiner Rückkehr im Sommer 2003 war für van Hout
in Mönchengladbach vieles nicht mehr wie zuvor. Unter dem neuen
Trainer Ewald Lienen kam er zu immer weniger Einsätzen, er wurde
zum "Edeljoker" der Borussia: Dem Mann, der in den letzten
Minuten eingewechselt wurde, um die verloren geglaubten Spiele noch
zu drehen.
Für Joris van Hout wurde diese Situation immer unbefriedigender,
schließlich war er einst mit ganz anderen Ambitionen in die
Bundesliga gewechselt. Beim RSC Anderlecht hatte er als 24-jähriger
bereits Erfahrungen in der Champions League gesammelt, gegen Mannschaften
wie Real Madrid und AS Rom mitgehalten. Die Bundesliga, für van
Hout "mit ihrer Infrastruktur mindestens eine Klasse über
der belgischen Liga", hatte er als Fortschrott und nicht als
Stagnationspunkt seiner Karriere sehen wollen.
Nach drei Jahren Mönchengladbach entschied sich van Hout deshalb
in diesem Sommer für einen Neuanfang - und die beste Perspektive
dafür sah er eindeutig beim VfL: "Natürlich war mir
klar, dass ich hier zwar zunächst eine Liga tiefer spielen würde,
aber das gilt ja nur ein Jahr", verdeutlicht van Hout und ergänzt:
"Im Übrigen war es für mich völlig unabhängig
von der Liga entscheidend, dass ich in Bochum wesentlich größere
Chancen habe, mich auf dem Spielfeld zu beweisen."
Mit entsprechend großen Ambitionen wanderte der zweifache Familienvater
die siebzig Kilometer vom Niederrhein ins Ruhrgebiet. Beim VfL wollte
der Belgier an alte Zeiten anknüpfen, wenn möglich einen
ähnlichen Paukenschlag-Einstand wie vor drei Jahren in Gladbach
feiern. Seine Torjäger-Qualitäten, wusste van Hout, wurden
beim VfL dringend für das große Ziel Wiederaufstieg gebraucht.
Doch dann setzte es noch vor der ersten Bewährungsprobe den neuen
Tiefschlag: Im Testspiel beim NEC Nijmegen riss der Innenmeniskus
im rechten Knie an, Mannschaftsarzt Dr. Karl-Heinz Bauer diagnostizierte
vier bis sechs Wochen Zwangspause. Eine neue Leidenszeit begann.
In den kommenden Wochen verpasste van Hout nun nicht nur die entscheidend
Pahse der Vorbereitung, er verlor auch wichtige Zeit, sich an das
neue Umfeld und die neuen Mitspieler zu gewöhnen. Schwierige
Wochen, die van Hout heute rückblickend so erklärt: "Natürlich
war die Verletzung erst einmal ein Schock für mich, vor allem
weil sie zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kam. Aber ich
wusste von vornherein, dass ich mich davon nicht unterkriegen lassen
durfte."
Und so rackerte van Hout nicht nur täglich sein Pensum in der
RuhrSport-Reha herunter, er nutzte auch die kurzen Wege, um regelmäßig
beim Mannschaftstraining am Stadion vorbeizuschauen und das Gespräch
mit Trainer Marcel Koller zu suchen: "Dadurch war ich immer in
alle wichtigen Entwicklungen eingebunden. ich hatte nie das Gefühl,
nicht dazu zu gehören", verdeutlicht er aus heutiger Sicht.
Dementsprechend schnell war die gefühlte Leidenszeit für
Joris van Hout vorbei. Schon am 4. Spieltag gegen Hansa Rostock wehchselte
ihn Marcel Koller das erste Mal ein, wenige Tage später bei Greuther
Fürth feierte der Angreifer sein Debüt in der Startaufstellung
- und wie: Ein Tor und ein Scorerpunkt zeigten eindrucksvoll, dass
Joris van Hout beim VfL zwar verspätet, aber dafür umso
schneller in Fahrt gekommen ist.
Auf diesen Turbogang angesprocen drückt der Belgier aber doch
lieber auf die Euphoriebremse: "Es fehlen schon immer noch ein
paar Prozent", gesteht er ein, "und das wird auch noch eine
Weile dauern. ich lasse mich da nucht unter Druck setzen."
Und dennoch dürfen sich die VfL-Fans schon jetzt darauf freuen,
wenn Joris van Hout in einigen Wochen erst richtig Vollgas geben kann.
Vor allem die Abstimmung mit seinem favorisierten Sturmpartner Edu
wird dann noch besser funktionieren, glaubt der Belgier: "Wir
sind immer noch dabei, unsere gegenseitigen laufwege kennen zu lernen.
ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ein gutes Doppel abgeben werden."
Außerhalb des Platzes versteht sich Joris mit seinem brasilianischen
Teamkollegen schon jetzt prächtig. Und so stellt er klar, dass
es ihm eigentlich egal ist, wer am Ende die Tore von beiden erzielt:
"Hauptsache ist nur, dass ich von neuen Verletzungen verschont
bleibe."
Joris van Hout will sich nicht noch einmal aus der Bahn werfen lassen,
schließlich ist er gerade erst auf die Überholspur eingebogen:
Kurs Erste Bundersliga.

Joris van Hout im Interview
Nach überstandener Meniskus-Operation steht Joris van Hout am Montag
im Spiel gegen Hansa Rostock vor seinem Debüt im VfL-Dress. Sein Ziel
ist es, gegen die Hansa zum 18-Kader zu gehören - sofern das Knie
mitspielt. "Ich bin optimistisch, denn ich trainiere absolut schmerzfrei",
freut sich der 28-Jährige. Im Testspiel gegen OFI Kreta traf van Hout
zum ersten mal für den VfL.
Hallo Joris. Zwei Tage ohne Training liegen hinter dir - hast du
dich gut erholt?
Absolut. Die zwei Tage taten mir wirklich sehr gut und ich denke,
der Mannschaft insgesamt auch. Wir haben intensiv und gut trainiert
vergangene Woche und da ist es für Körper und Geist wichtig, auch
mal abzuschalten und sich zu erholen.
Du hast die erste Woche Training mit der Mannschaft hinter dir
nach deiner Operation. Bist du schmerzfrei nach dieser anstrengenden
Woche?
Es läuft ziemlich gut. Mein operiertes Knie zeigt keine Reaktion bei
Belastung und das ist ein sehr gutes Zeichen. Vor allem bin ich schmerzfrei
und das freut mich ganz besonders, weil ich jetzt richtig Gas geben
möchte für den VfL. Ich taste mich jetzt nach und nach an die Mannschaft
heran und vielleicht stehe ich gegen Rostock im Aufgebot - das ist
mein Ziel.
Du hast die Rehabilitation in der RuhrSportReha gemacht. Bist du
zufrieden mit dem Verlauf und der Behandlung dort?
Es könnte besser nicht sein. Die Einrichtung ist so, wie sie sich
ein Sportler wünscht. Die Therapeuten sind spitze, genauso wie die
Geräte. Der gute Verlauf der Reha ist sicherlich auch der RuhrSportReha
zu verdanken.
Am Montag könntest du dein (Heim-)Premiere im VfL-Dress und im
Ruhrstadion feiern - worauf freust du dich am meisten?
Ein Spieler will spielen und ein Stürmer will Tore machen, soviel
ist sicher. Ich freue mich, im Ruhrstadion aufzulaufen und den Fans
zu zeigen, dass ich endlich da bin. Wie gesagt, ich möchte Gas geben
und helfen, dass wir schnell wieder oben anknüpfen können.
Beim Saisonstart konntest du nicht eingreifen und musstest mit
ansehen, wie unser VfL gegen Cottbus und Ahlen nur zu einem 2:2-Unentschieden
kam. Was sagst du zu den ersten drei Partien?
Ein Sieg und zwei Unentschieden bedeutet ja, dass wir noch nicht verloren
haben und das ist positiv. Sicherlich hätte man gegen Cottbus und
auch in Ahlen gewinnen können, aber darüber denke ich jetzt nicht
mehr nach. Wir haben in den kommenden zwei Wochen viele wichtige Spiele
und die wollen wir alle gewinnen.
Einer der Gegner, Hansa Rostock kam bisher gar nicht aus den Startlöchern
(drei Spiele, 0 Punkte) Wie schätzt du den Gegner vom Montag ein?
Es wird ein ganz schweres Spiel, denn Hansa ist jetzt wie ein "angeschlagener
Boxer" - sie müssen gewinnen und haben mit Frank Pagelsdorf einen
neuen Trainer, der wieder Schwung in die Mannschaft bringt. Sein Team
ist noch gut besetzt und ich glaube, wir müssen uns in Acht nehmen.
Aber nichtsdestotrotz werden wir fighten und das Spiel vor heimischen
Fans gewinnen. Und vielleicht darf ich die Mannschaft dabei unterstützen
- das ist mein großer Wunsch.
Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für den kommenden Montag.

Moppel fragt nach! Heute bei Joris van Hout
Liebe VfL-Fans, heute habe ich mich mit unserem Neuzugang Joris van
Hout unterhalten. Joris hat mir einiges über die kulinarischen Köstlichkeiten
seines Heimatlandes Belgien erzählt und war auch sonst sehr gesprächig.
Was er sich von Bochum erwartet und seine Einstellung zu Holländern
könnt Ihr im folgenden Interview lesen. Euer Moppel
Hallo Joris. Du bist ja Belgier und Ihr habt ja die Pommes erfunden.
Isst Du auch gerne Pommes Frites?
Klar, jeder Belgier ist gerne Pommes und ich absolut auch. In Belgien
werden Unmengen Pommes gegessen. Es ist wohl bei 80% aller Belgier
das Lieblingsessen, wenn ein Steak mit Pommes aufgetischt wird. „Biefstuk
met frietjes“ heißt das bei uns. Wenn ich wieder zu Hause bin, werde
ich sicher auch erst mal eine gute Portion essen. (Lacht)
Zwischen den Belgiern, Holländern und Deutschen gibt es einige
Rivalitäten. Wie ist das für Dich mit einem Holländer als Torwart?
Es gibt sicher immer noch einige Leute in allen drei Ländern, für
die diese Rivalität noch etwas bedeutet. Das hat ja auch eine lange
Geschichte. Aber es werden immer weniger und für mich zählt das überhaupt
nicht und hat es auch noch nie. Es gibt immer welche die das gerne
wieder aufleben sehen würden. Ich denke aber, dass gerade im Fußball
die Rivalität zwischen den Niederlanden und Deutschland größer ist.
Du hast lange bei Mönchengladbach gespielt. Jetzt bist Du bei unserem
VfL angekommen. Welche Erwartungen hast Du mitgebracht?
In Gladbach habe ich mich schon wohl gefühlt, aber auch in Bochum
komme ich ausgezeichnet zurecht und fühle mich schon jetzt sehr wohl.
Ich erwarte von mir, gut zu spielen und mit der Mannschaft unter die
ersten Drei zu kommen. Wenn wir dann aufsteigen, schieße ich in der
nächsten Saison ein paar Tore gegen Gladbach und dann ist endgültig
alles gut.
Wie war denn Dein Verhältnis zu den Fans in Gladbach?
Auch die Gladbacher haben gute Fans, die mich und die Mannschaft immer
gut unterstützt haben. Ich hatte da nie Probleme und immer ein gutes
Verhältnis zu ihnen. Das erhoffe ich mir auch in Bochum und werde
alles auf und neben dem Platz dafür tun.
Wie oft hast Du denn schon gegen den VfL gespielt?
In den drei Jahren insgesamt fünf Mal. Einmal war ich verletzt. Von
den fünf Spielen hat der VfL zwei in Bochum gewonnen und dreimal 2:2
in Gladbach gespielt. Neun Punkte für den VfL, ein guter Schnitt.
Schätze, es war richtig, nach Bochum zu wechseln. (Lacht)
Du setzt gerade im Training ein paar Tage aus. Wie sieht denn Dein
Tagesablauf im Augenblick aus?
Ich bin erst einmal sehr erleichtert, dass sich bei den Untersuchungen
in meinem Knie heraus gestellt hat, dass es nichts Ernstes ist und
ich nur ein wenig Pause brauche. Ich versuche, so viel wie nur möglich
zu machen. Lasse mein Knie behandeln, mache Krafttraining für Brust
und Rücken und schwimme so viel es geht. Ich hoffe aber, schnell wieder
mittrainieren zu können und dann auch endlich im VfL-Trikot auflaufen
zu können.
Am Samstag und Sonntag ist VfL for fun, unser Stadionfest rund
um das Ruhrstadion. Freust Du dich darauf, endlich mal die VfL-Fans
persönlich kennen zu lernen?
Absolut, ich hoffe, dass die Probleme dann abgeklungen sind und ich
den Fans auch etwas auf dem Platz zeigen kann. Die Fans dann auch
endlich mal persönlich zu sehen und mit ihnen zu sprechen ist auch
wichtig und ich finde es klasse, dass es beim VfL so eine große Veranstaltung
am Anfang der Saison gibt.
Zum Abschluss möchten ich jedem von Euch immer die Möglichkeit
geben, mir eine Frage zu stellen. Nun hast Du also die Gelegenheit,
mir eine für Dich wichtige Frage zu stellen.
Was ist denn eigentlich Dein Lieblingsessen?
Belgische Pralinen. (Lacht) Nein, im Ernst. Ich könnte auch Belgier
sein, denn Pommes mit Fleisch esse ich eigentlich immer gerne.

Interview: "Nur 34 Spiele in Liga zwei" (von
Martin Jagusch)
Joris van Hout machte sich am Freitag mit seinem neuen Arbeitsplatz
im Bochumer Ruhrstadion vertraut. RN-Mitarbeiter Martin Jagusch sprach
mit dem neuen VfL-Angreifer.
Frage: Wie ist Ihr erster Eindruck von ihrem neuen Verein?
Van Hout: Der VfL ist ein sympathischer Verein mit einem tollen Publikum.
Hier herrschen tolle Arbeitsbedingungen.
Was gab den Ausschlag für ihren Wechsel von Gladbach nach Bochum?
Ich bin in Gladbach in der letzten Saison hauptsächlich als Joker
eingesetzt worden. Und für das neue Jahr ist dort die Konkurrenz mit
Elber und Sonck nicht kleiner geworden. Ich will aber unbedingt mehr
Spielpraxis und -anteile.
Was wissen Sie über die 2. Liga?
Das wird für uns eine ganz schwere Saison. Dort geht es ganz anders
zu als in der Bundesliga. Wir müssen dagegenhalten, denn wir wollen
ganz oben mitspielen und sofort wieder in die Bundesliga aufsteigen.
Wen erwarten Sie als härteste Mitkonkurrenten im Aufstiegsrennen?
Natürlich die beiden Mitabsteiger SC Freiburg und Hansa Rostock. Aber
auch Aachen und 1860 München werden oben mitspielen.
Kannten Sie ihren neuen Trainer Marcel Koller schon vor ihrem Wechsel
nach Bochum?
Nein, wir haben einige Gespräche geführt und sind dann schnell übereingekommen,
was meine Verpflichtung betraf.
Marcel Koller will seine Mannschaft aggressiv auftreten lassen
und das Publikum mit offensivem Spiel für den VfL gewinnen.
Das ist für einen Stürmer ganz wichtig. Je offensiver wir spielen,
desto mehr Möglichkeiten werden sich für mich ergeben.
Wenn Sie Trainer wären, würden Sie mit zwei oder drei Stürmern
spielen? Das kommt darauf an, welches System besser zur Mannschaft
passt. Ich finde mich sowohl in einem System mit zwei als auch in
einem mit drei Stürmern zurecht.
Wie viel Tore wollen Sie in der nächsten Saison erzielen?
Es gibt keine bestimmte Zahl. Dies ist für mich nicht ganz so wichtig.
Wichtig ist, dass wir richtig guten Fußball spielen und am Ende der
Saison unter den ersten drei Mannschaften stehen. Denn ich möchte
eigentlich nur 34 Partien in der 2. Bundesliga spielen.
***
Der Belgier Joris van Hout ist 28 Jahre alt und seit vier Jahren verheiratet
mit Ehefrau Bieke. Vor zehn Tagen kam Töchterchen Lynn zur Welt, Sohn
Xander ist zwei Jahre alt. Vom belgischen Club RSC Anderlecht wechselte
van Hout im Jahr 2002 zu Borussia Mönchengladbach und erzielte dort
in 69 Bundesligaspielen elf Tore. Beim VfL Bochum unterschrieb der
Nationalspieler einen Vertrag bis zum Jahr 2008.

Joris van Hout im Interview
Am Donnerstag drehten sich die Mühlen in Punkto Kader für die Saison
05/06 abermals und unser VfL präsentierte nach Rene Renno, Heiko Butscher,
Pavel Drsek und Dennis Grote mit Joris van Hout den fünften Neuzugang.
Der Belgier kommt aus Mönchengladbach an die Castroper Straße und
freut sich auf seine neuen Aufgaben im Dress des VfL Bochum.
Hallo Joris. Herzlich Willkommen beim VfL Bochum!
Was gab den Ausschlag für Deine Entscheidung?
Der VfL ist ein klasse Verein und ich habe nach meiner Zeit in Gladbach
eine neue Herausforderung gesucht. Schließlich kenne ich den VfL schon
eine Weile, ich bin ja seit drei Jahren in Deutschland und habe mehrfach
gegen den VfL gespielt. Ich habe den Eindruck, dass hier alle sofort
wieder aufsteigen wollen und ich denke, dass sich diese Ziele auch
verwirklichen lassen. Außerdem mag ich die Mannschaft, das die Atmosphäre
im Umfeld und auch das Stadion sehr.
Hast Du mit Cheftrainer Marcel Koller schon gesprochen?
Klar, wir haben im Vorfeld viel gesprochen und er hat mir das Gefühl
vermittelt, mich unbedingt haben zu wollen. Das ist wichtig für einen
Spieler und hat meine Entscheidung für Bochum auch beeinflusst. Zwar
ist Bochum gerade abgestiegen, aber ich bin sicher, dass wir jetzt
schon eine gute Truppe zusammen haben und dann auch nicht nur oben
mitspielen, sondern den Aufstieg auch packen.
Wo siehst Du deine Stärken auf dem Platz?
Ich versuche immer 90 Minuten Tempo zu gehen und mein Tor zu erzielen.
Ich sehe mich auch als Kämpfer auf dem Platz und habe auch wegen meiner
Größe ein ganz passables Kopfballspiel. Letztlich entscheidet aber
immer der Trainer, wie Du dich in die Mannschaft einbringen sollst
und ich glaube auch, dass meine Vielseitigkeit ein Grund für meine
Verpflichtung war.
Dein Heimatverein ist Dessel in Belgien?
Ja, ich bin in Mol geboren, das liegt direkt neben Dessel und ist
direkt an der belgisch-niederländischen Grenze. Dort habe ich von
meinem siebten Lebensjahr an Fußball gespielt. Als ich mit Dessel
in die zweite Liga aufgestiegen war, bin ich mit 20 nach Mechelen
gewechselt und mit Mechelen in die erste belgische Liga aufgestiegen.
Nach drei Jahren in Mechelen bin ich dann zum RSC Anderlecht gewechselt
und von dort nach Gladbach. Und jetzt dann endlich beim VfL in Bochum
(lacht). Nein, ernsthaft, ich mag den VfL Bochum schon seit einer
langen Zeit und freue mich sehr jetzt hier zu sein.
Du bist verheiratet und bist gerade zum zweiten Mal Vater geworden.
Es ist ein Mädchen geworden, oder?
Genau. Lynn ist vor einer Woche geboren und ist zauberhaft. Mein Sohn
Xander wird im Juli zwei Jahre alt. Meiner Frau Bieke geht es auch
gut. Ich habe eine ganz wundervolle Familie und bin gerade ein sehr
stolzer Vater. Es passt gerade alles sehr gut bei mir und darum freue
ich mich über die Einigung mit dem VfL besonders.
Vielen Dank für das Gespräch, Joris. Und viel Glück bei unserem
VfL.
